Schnittwunden

Schnittwunden sind Wunden, die dem Körper durch scharfkantige Gegenstände beigebracht werden. Sie finden sich häufig im Bereich der Finger und Hände. Schnittwunden zeigen glatte Wundränder und können je nach Größe, Tiefe und Spannung des umgebenden Gewebes klaffend sein.

Was ist bei Schnittwunden zu tun?

Oberflächliche Schnittwunden zeigen eine gute spontane Heilungstendenz. Eine Behandlung ist meist nicht erforderlich. Ein Ausblutenlassen der Wunde mit anschließender Desinfektion ist in der Regel ausreichend. Die Wunde sollte in den ersten Tagen steril mit einem Pflasterverband abgedeckt werden.
Bei tiefer gehenden Schnittverletzungen empfiehlt sich eine ärztliche Kontrolle, da hierbei nicht selten tiefere Strukturen wie Sehnen, Muskeln oder aber auch Gefäße und Nerven mit betroffen sind. Der Arzt kann die Wunde reinigen und die tieferen Schäden begutachten. Er überprüft die Durchblutung, die Sensibilität und die Beweglichkeit in der Umgebung des Wundgebietes, um so erste Hinweise auf Begleitverletzungen zu erhalten.

Eine primäre Wundversorgung sollte innerhalb der ersten 6 Stunden erfolgen, um Verunreinigungen mit Keimen zu verhindern. In diesem Zeitraum können Sehnen- und Muskelnähte erfolgen und die Wunde mit einer Naht verschlossen werden. Bei Kindern kann gelegentlich auf eine Naht zugunsten eines Fibrinklebstoffes verzichtet werden.
Nach Ablauf dieser Zeit verbietet sich ein vollständiger Wundverschluss durch Naht, da die Gefahr des Einschlusses von infektiösem Material zu groß ist. Diese Infektion könnte sich dann in der Tiefe ausbreiten und sich entweder zu einem abgekapselten Eiterherd (Abszess) oder einer Infektion in der Tiefe des Bindegewebes (Phlegmone) entwickeln. Diese Infektionen müssen meist chirurgisch behandelt werden, da Antibiotika allein meist wirkungslos bleiben.

Grundsätzlich gilt, dass bei jeder Schnittverletzung der Impfschutz gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) überprüft werden muss. Besonders bei Schnittwunden mit verschmutzten Gegenständen ist die Erkrankungsgefahr hoch. Liegt die letzte Tetanusimpfung mehr als zehn Jahre zurück, so sollte eine Simultanimpfung mit Antikörpern gegen das Toxin sowie mit einem Antikörperfragment (aktiver Schutz, der eine Immunität vor erneuter Infektion bietet) erfolgen. Dasselbe gilt bei zweifelhaftem Impfschutz.


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